Anlaß meiner Wortmeldung ist die grassierende Moral & Ethik-Polizei, die ich in der letzten Zeit vermehrt beobachten muss. Deshalb möchte ich es jenen einfach machen und mich outen: Ich bin politisch inkorrekt. Nicht absichtlich, ebenso wenig, wie es mir mal passiert, daß ich politisch korrekt bin. Sowas nennt man dann wohl “authentisch”. Ich bin einfach (so), und ja, ich kann sogar was dafür. Ich gebe niemandem die Schuld, außer mir selbst. Ich erlaube mir, Fehler zu machen, jedoch auch, “das Richtige” zu tun, natürlich nach meinem eigenen arroganten Ermessen. Für Jeweiliges erhebe ich übrigens nicht den Anspruch gelobt oder getadelt werden zu dürfen oder gar wollen. Im Gegenteil:

Ich begrüße es sehr, wenn man einfach nichts sagt.  Manche nennen sowas “Fressehalten”.

Ich weiß, jeder da draußen ist besser als der andere, mit einer Ausnahme: ich. Ich bekenne mich zu meinem Inkorrekten und somit schuldig. Obendrein bereue ich nichts sondern gestehe sogar öffentlich gern meine moralischen/ethischen Verbrechen.

Nur ein paar Beispiele:

  • Ich esse Tiere, weil das lecker ist. Ich war auch mal ein paar Jahre Vegetarier, und das war okay. Ich brauchte das damals so, heute nicht mehr.
  • Ich rauche (ausschließlich Zigaretten, ca. einmal im Jahr auch ‘ne Zigarre), weil es mir Spaß macht und Genuß ist. Ich belästige damit mitunter auch manchmal (unbeabsichtigt) Nichtraucher. Und es ist mir beinahe egal. Huch.
  • Ich trinke (gerne und auch mal viel) Alkohol. So richtig voll bin ich vielleicht einmal in 3 Jahren, und danach reicht es mir auch immer gehörig. Es kann passieren, daß ich dann Sachen sage, die ein bißchen daneben sind. Ich kann damit leben. Zum Größten Teil deshalb, weil ich sie sowieso am nächsten Tag nicht mehr weiß.
  • Ich spare keinen Strom, und meine Bude ist chronisch überheizt. Und wenn das mal nicht so ist, dann unbewusst. Hier kann ich ganz klar sagen, das es mir geflissentlich am Arsch vorbeigeht. Mich ärgert daran nur, was die Energiekonzerne sich in die Taschen stecken. Ich habe eine Scheiß-Co²-Bilanz. Ich fliege und reise generell manchmal mehr als ich müsste, weil es mir Spaß macht, unterwegs zu sein. Außerdem hänge ich gern in Wellness/Spa-Lokalitäten ab, die ungeheuer viel Energie und Wasser verbraten. Mein Co²-Footprint ist sowas von im Arsch.
  • Ich schaue Frauen auf primäre Geschlechtsorgane, unverhohlen. Weil es schön anzusehen ist. Anfassen würde ich niemals unerbeten. Meistens sogar erbeten nicht. Ich Vollidiot leide leider darunter, daß ein toller Körper allein nicht reicht, um mich so geil zu machen, daß ich Hand anlegen muss. Ich brauche die Gesamtpackung.
  • Ich bin manchmal bissig, diskutiere hart am “Erlaubten” vorbei (und auch mal drüber), mache mich lustig über Diskussionspartner, bin sarkastisch, arrogant, überheblich, zynisch, ironisch und ein all-around Arschloch. You get it.
  • Jammerei geht mir auf den Zünder und sprengt meine Mitgefühlsfähigkeiten. Dann trete ich lieber jemandem in den Hintern und fordere ihn auf, sich nicht so hängen zu lassen. Ich habe sehr viel Verständnis für den eigentlichen Zustand (Verzweiflung, Todes- und andere Sehnsüchte, Verlustschmerz, all das kenne ich selbst gut), aber die öffentliche Zurschaustellung dessen, um bedauert zu werden, ist sehr unsexy. Dann schalte ich ab und bin der Holzklotz.
  • Ich bin politisch vermutlich ziemlich links, sehe mich selbst nirgends. Vielleicht oben oder unten, aber weder rechts noch links noch mittig. Ich wünsche mir, das es ALLEN Menschen (allen Lebewesen) gleichermaßen gut geht, damit diese Welt ein besserer Ort wird usw. … aber gewisse Kultur-, Überzeugungs- und Religionskreise gehen mir furchtbar auf den Sack. Mal mehr mal weniger. Ich schreibe niemandem vor, wie er zu leben hat, und Selbiges beanspruche ich für mich. Wenn man mir da komisch kommt, werde ich noch komischer, und zwar im Quadrat. Es tut mir beinahe körperlich weh, wenn sich Frauen in Bettlaken hüllen und auf Nachfrage — sofern überhaupt möglich — aufgrund ihrer Sozialisierung/Prägung dann steif und fest behaupten, sie fänden das gut und richtig so. Als ob sie eine Wahl hätten/gehabt hätten. Wenn ich mir ein Leben ohne Gesicht und Körper vorstelle, bekomme ich Aggressionen. Beides ist Teil meines äußerlichen Ichs, welches ich dazu benötige, um mit Lebewesen zu interagieren. In meinem Denken ist sowas “Leben”. Verhüllt zu sein ist für mich ein halber Tod. Nennt mich “islamophob”, um das Arschlochbild zu vervollständigen. Kein Problem.

Ich könnte weitermachen, finde aber, das ist erst mal genug Stoff, mit dem ihr da draußen euch ein Bild von mir zurechtzimmern könnt. Und sicher werdet. Bei Gelegenheit füge ich noch Dinge hinzu. Es soll ja bloß nicht der Verdacht aufkommen, ich sei irgendwie okay.

Wer verstehen will, verstehe. 😉

One Comment

  1. Ich hab’ den Eintrag damals nicht gelesen. Alle deine Arschlochigkeiten kenne ich ja im Grunde, muss ich nix zu sagen. Ist auch alles nicht so schlimm, wie du es darstellst, aber was ich nicht verstehe:
    Wo ist das Problem bei Frauen, die sich in Bettlaken hüllen? Ich hab’ da irgendwas ganz und komplett nicht gerafft! o.O

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