Am Freitag mache ich mich auf in die südlicheren Gefilde Deutschlands, nämlich ins Studio der deutschen Rockband “Singvøgel“. Dort werde ich eine Woche lang mit der Band Aufnahmen machen (mehr dazu auch hier). Und weil ich mir dachte, es wäre eine schöne Idee, euch an diesem ganzen Prozedere teilhaben zu lassen, werde ich eine Art Produktionstagebuch führen, hier in meinem Blog. Das heißt, an jedem Ende eines Tages erzähle ich ein bißchen davon, was wir gemacht und geschafft haben, und wie das so war, aus technischer und gefühlter Sicht.

Für alle, die keine Ahnung haben, was es überhaupt bedeutet, der “Produzent” einer solchen Sache zu sein — und nein, liebe TV-Junkies, das hat sehr wenig mit Dieter Bohlen zu tun — hier ein bißchen Wikipedia dazu, ausnahmsweise mal nicht völlig neben der Realität:

Der Musikproduzent ist vergleichbar mit dem Regisseur eines Spielfilms. Zu seinen Aufgaben gehört die technische und besonders die künstlerische Leitung einer Aufnahme. Dabei wird er oft von einem Toningenieur unterstützt.

Den Toningenieur ersetze ich durch mich selbst. 😉

Häufig wird es auch zu den Aufgaben des Produzenten gerechnet, die Künstler zu motivieren, zu lenken und eventuelle Streitigkeiten über die Aufnahmen zu schlichten.

Erstes und Letztes wird nicht nötig sein. Das in der Mitte vermutlich auch nicht.

Nach den fertigen Aufnahmen mischt der Produzent – bei hochklassigen Produktionen in Zusammenarbeit mit einem Tonmeister – die einzelnen Tracks zum Endprodukt (Master) zusammen.

Ja, so ist das. Und den Tonmeister setze ich auch durch mich. Für die Hochklassigkeit. 😀

Der Produzent ist als technischer und künstlerischer Leiter insbesondere für den Interessenausgleich zwischen Plattenfirma und Künstlern verantwortlich. Idealerweise schafft er es, die kommerziellen/inhaltlichen Vorgaben der Plattenfirma mit den musikalischen Wünschen und Vorlieben der Künstler und Musiker zu verbinden.

Das vergessen wir mal schön. 😉

Vielleicht ein bißchen Vorabinfo… aus technischer Sicht nehme ich mit:

  • Laptop
  • 12-Kanal USB-Mixer
  • 10-Kanal Mixer
  • kleines Masterkeyboard (muss ja alles in einen Koffer passen)
  • 2 Kopfhörer, davon einer In-Ear
  • 2 Mikrofone
  • jede Menge Kabel, Stecker, Adapter etc.
  • meine immer noch nicht bei Lloyd versicherten 3 Ohren

Ich werde den benötigten Rest vor Ort vorfinden.

Aus gefühlter Sicht nehme ich mit:

  • Bock, Teil von etwas Neuem zu sein, mit lieben Leuten erschaffen
  • den Anspruch, zu zeigen, das man mit wenig viel machen kann bzw. das sowas nie an der Technik allein liegt sondern überwiegend an dem, was man in sich trägt (die besten Sachen habe ich immer mit dem minimalsten technischen Aufwand gemacht)
  • Lust auf eine Woche außerhalb eines Ballungsraums

Mein Plan in Reihenfolge:

  • 1 Woche Aufnahmen (soviel und gut wie möglich)
  • Aufnahmen in meinem Studio nachbearbeiten
  • Mixen, Effekte und ein bißchen zusätzliche Komposition/Produktion aus meiner Feder hinzufügen
  • Mastering, das Endprodukt

Die Aufnahmen werden wir im Overdubbing-Verfahren machen.

Ich freu mich drauf. 🙂

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