Bei einem Spaziergang ergab sich ein Gespräch über Wilma, zwischen mir und L., 9 Jahre alt:

Ingo, bist du noch traurig?

Ja, sehr.

Das kann ich glauben. Aber man sieht dir das gar nicht an.

Das liegt daran, daß ich eigentlich gar keine Gelegenheit habe, meine Trauer auszuleben. Du weisst, ich habe kaum Zeit und immer viel um die Ohren. Das ist gut und schlecht. So bin ich abgelenkt, andererseits gehe ich nicht dadurch, und irgendwann erwischt es mich bestimmt. Ich muss da ja auch irgendwann mal richtig trauern, sonst werde ich damit wahrscheinlich nie fertig.

Wie ist sie eigentlich gestorben? Also, wie war das?

Beim Tierarzt. Nachdem klar war, das sie keine Chance mehr hatte, musste ich eine Entscheidung treffen. Entweder wäre sie langsam gestorben und hätte gelitten, oder in diesem Moment, kurz und schmerzlos.

Wie lief das dann?

Ich habe sozusagen den Befehl gegeben, das die Tierärztin sie tötet. Mit einer Spritze.

Eine Todesspritze?

Sozusagen.

Oh, mein Gott. Wie war das?

Sehr schlimm. Sie lag in meinen Armen, und dann bekam sie zwei Spritzen. Erst eine, damit sie schläft, und danach die, die sie in den Hundehimmel geschickt hat. Ich habe fürchterlich geheult. Das war der schlimmste Moment in meinen Leben.

Das glaube ich. Ingo, stell dir vor: Da wo ihre Asche verstreut ist, wachsen jetzt Wilma-Blumen!

Das ist eine schöne Vorstellung!

Die Trauer um Wilma wiegt sehr schwer. Das Gespräch hat viel aufgerissen, ich habe aus allen Ritzen geblutet, es hat aber auch geholfen. Ich bin meinem kleinen Freund dankbar.

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