SPIEGEL: Sie kritisieren, dass unter Obama die Vereinigten Staaten nicht mehr alles allein entscheiden wollen, Obamas Berater nennen es “Leading from behind”. Ist das nicht eine clevere Strategie, internationale Partner verstärkt an den Militärinterventionen zu beteiligen, damit die USA nicht allein die Last des Kriegs tragen müssen?

Cheney: Das ist unpassend und widersprüchlich.

SPIEGEL: Vielleicht ist es eher schlau, die Prioritäten zu verändern. Sie haben teure Kriege im Alleingang geführt und die USA finanziell stark belastet. Selbst in Ihrem Buch geht es nur ganz selten um Wirtschaft oder das aufstrebende China. Haben Sie sich mit Ihrem Krieg gegen den Terror nicht schlicht verrannt?

Cheney: Jetzt hören Sie mir mal zu. Ich habe dazu schon in den frühen neunziger Jahren als Verteidigungsminister Reden vor unseren Nato-Partnern gehalten. Ich hatte damals das starke Gefühl, dass sich unsere europäischen Freunde zu sehr auf die Vereinigten Staaten verlassen haben, darauf, dass wir für die Sicherheit des Westens sorgten und der Sowjetunion entgegentraten. Doch wenn wir es nicht getan hätten, wäre schlicht nichts passiert. Einer muss die Führung übernehmen, und das sind meist die Vereinigten Staaten von Amerika.

SPIEGEL: Das klingt nicht so, als hielten Sie viel von Ihren Partnern.

Cheney: Sie geben in Deutschland nicht viel für Militär aus. Wenn wir uns auf Leute wie Sie hätten verlassen müssen, wäre gar nichts passiert. Ich mag meine deutschen Freunde, aber wahr ist doch, dass – von wenigen Ausnahmen abgesehen – die meisten unserer Nato-Partner nicht die Standards erfüllen, die man von ernsthaften Partnern erwarten würde.

via SPIEGEL ONLINE.

Ich kann kaum fassen, welche Antworten Cheney da gibt.

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