Diese Redewendung, aus gewissen Blickwinkeln geschmacklos, hat der ZDF-WM-Reporterin Katrin Müller-Hohenstein gestern den Allerwertesten gebrochen. Tja, jetzt muss ich aber was dazu sagen: Ich benutze die Redewendung auch. Gelegentlich. Ich hab das von meinem Vater übernommen, der hat das öfter mal gesagt. Mir war bis gestern gar nicht bewusst, daß man sowas in einer gewissen Öffentlichkeit besser nicht sagt. Ich muss Stefan Niggemeier zustimmen:

Für mich ist das eine alltägliche Redewendung, um einen besonderen Triumph zu beschreiben, ein Gefühl von Schadenfreude oder die Genugtuung, es allen gezeigt zu haben. Von mir aus können wir gerne darüber diskutieren, ob das eine besonders passende oder geschmackvolle Redewendung ist — aber doch nicht ernsthaft darüber, dass der öffentliche Gebrauch der Formulierung einen Nazi-Skandal darstellt?

Mir geht der ständige Zeigefinger des “nicht vergessen dürfens” auf die Nerven. Das gleicht schon eher einer intravenösen Behandlung als einem “nicht vergessen dürfen”. Ich fand ja auch die Eva-Herman-Nummer überzogen, und wirklich fair ist man mit ihr auch nicht umgegangen, sie ist gehetzt worden.

Katrin Müller-Hohenstein hat jetzt keine andere Wahl, als massiv zurückzurudern, wenn ihr ihre Karriere etwas wert ist. Vielleicht denkt sie aber genau dasselbe wie ich und Herr Niggemeier. Ich gehe davon aus.

One Comment

  1. Ganz ehrlich: Ich habe über diesen Faux-pas im Nachhinein herzlich gelacht! Ein passender Vergleich ist es irgendwie nicht, wie ich finde, aber ich fands irgendwie witzig, überhaupt auf eine solche Redewendung zu kommen. Ich kenne sie nicht und finde sie immer noch originell (wenn vielleicht auch grenzwertig, aber so what?)

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