Die Sueddeutsche berichtet von einem von einem Husky tot gebissenen Baby in Cottbus. Das erinnert mich an die Berichterstattung von damals (Volkan, Hamburg). Nur ein kleiner Satz zur möglichen Ursache, aber viele Worte über die schrecklichen Geschehnisse.

Natürlich ist das schrecklich. Das hätte nicht passieren dürfen, aber auch nicht müssen. Hunde sind keine schrecklichen Bestien, die völlig grundlos ein Baby töten. Ohne die Details der Sache wirklich zu kennen, scheint sie mir auf den ersten Blick jedoch völlig nachvollziehbar.

Regel Nummer eins: Lasse einen Hund niemals alleine mit kleinen Kindern. Das ist so offensichtlich, daß ich es kaum weiter erklären brauche. Auch ich habe die liebe Wilma damals NIE alleine mit meiner kleinen Tochter gelassen, so absurd einem diese Maßnahme auch erschien, wer Wilma kennt. Aber sowas ist das letzte kleine Ungewisse, selbst zwischen Wilma und mir, und diese Gefahr besteht, sie ist nicht zu 100% auszuräumen oder wirklich einzuschätzen. Sie ist und bleibt ein Hund, basta.

Ein Baby ist ein neu aufgenommenes Rudelmitglied, welches vom zuvor bereits vorhandenen Hund zunächst mal als Konkurrent betrachtet werden kann (nicht muss, aber kann). Ein solcher Hund kann — unter Umständen — danach streben, seinen Rang innerhalb des Rudels zu festigen bzw. auszubauen, wenn er ein Baby als Bedrohung dessen sieht. Das ist keine Verhaltensstörung des Hundes sondern (leider) ziemlich normal. Ich wiederhole: Man lässt einen Hund einfach nicht alleine mit einem Baby. Unter keinen Umständen.

Ich möchte den Umgang zwischen Hunden und Kindern als sehr wichtig bezeichnen, für die Sozialisierung beider. Auch ich bin mit Hunden aufgewachsen. Aber niemals unbeaufsichtigt. Für einen Hund ist ein kleines Kind immer der Schwächere, der innerhalb des Rudels schützenswert für den Hund sein kann, oder eben auch einen Rivalen darstellt. Dessen muss man sich einfach bewusst sein.

In dem Bericht steht, der Hund habe “den abgestellten Kinderwagen zunächst umgestoßen”. Das klingt böse, als habe der Hund eine Taktik gehabt. “Jetzt stoße ich erstmal den Kinderwagen um, damit das Baby herausfällt und ich es leicht töten kann”. Sowas ist natürlich Stimmungsmache und nur eine Darstellungsform der Geschichte. Weglassen von wichtigen Informationen. Es ist vielmehr davon auszugehen, das der Hund bei dem Versuch, an das Baby zu gelangen, dabei den Kinderwagen eher unbeabsichtigt umgestoßen hat. Steigt ein Hund von der Größe eines Huskys (und die können mitunter sehr groß und schwer sein) auf die Kante eines Kinderwagens, so kann der leicht zur Seite umfallen. Das Baby fällt auf den Boden (liegt also für den Hund unter ihm) und schreit, weil der Sturz schmerzhaft und für das Baby schockierend war. Viele, viele Signale für den Hund, zuzubeißen.

So traurig und schrecklich die Geschichte ist: Leider ist hier offensichtlich den Beaufsichtigenden alles selbst zuzuschreiben. So sachlich muss man diese Geschichte, bei aller Betroffenheit, die ich natürlich auch empfinde, einfach behandeln. Mit ziemlicher Sicherheit ist davon auszugehen, daß die Tage des Huskys gezählt sind.

3 Comments

  1. Wahre Worte von einem “Hundekenner”!!! So hart es auch für die Eltern sein mag.
    Ich habe selbst 4 Hunde verschiedener Rassen und ALLE
    hören gut und sind zuhause im Rudel, oder bei besuch super lieb!
    Ich würde meinen Schäferhund-Mischling aber auch nicht mit einem weinenden
    Baby (Konkurenten) alleine lassen! Viele Menschen
    “verstehen” ihre Hunde einfach nicht richtig…
    und am Ende muss wie immer leider der unverstandene dran glauben, da er
    keine eigene Stimme hat!

  2. Ich finde die Situation sehr schrecklich, bin aber auch der Meinung, das die Schuld nicht an dem Hund liegt, sonder ganz deutlich an der „Erziehung“ und an der Aufsichtspflicht der Eltern.
    Und mein bester freund als kleiner Mann war ein Dobermann,Neufundländer Mix, meine Eltern habe mich auch öfter mal mit dem Hund unbeobachtet gelassen aber mir wurde schon früh und verständlich gezeigt wie man mit einen Hund umzugehen hat, ebenso kam der Hund erst in der Familie da war ich 6Jahre alt.
    Naja das 8Wochen alte Baby hat sicherlich keine schuld und kann nichts für sein verhalten.

    Ich denke, wenn man Kind und Hund gut erzieht und beiden einen weg zeigt mit einander klar zu kommen, kann so was nicht passieren, so was darf einfach nicht passieren!!

    Mein so genannter Kampfhund Emelie muss schon unter dem Vorfall in Hamburg leiden, es sollen nicht nun auch noch andere Rassen diskriminiert, verurteilt werden.

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