Jörg Kachelmann sitzt in U-Haft wegen des Verdachts der Vergewaltigung (seiner Freundin, vermutlich jetzt Ex-). Kaum geht diese Meldung durch die Presse, wird er — ohne das irgendeine Schuld auch nur annähernd bewiesen ist — durchs Dorf gehetzt. Riecht nach Inquisition.

Deshalb kann ich Stefan Niggemeier nur uneingeschränkt zustimmen:

Und als wäre es nicht genug, dass das Thema so witzuntauglich, das Identifizieren des Verdächtigen durch sämtliche Medien so zweifelhaft und die Unschuldsvermutung so vergessen scheint — die Sprüche, an denen sich die Westentaschen-Harald-Schmidts aufgeilen, sind auch noch von erbärmlicher Unlustigkeit

via Kommt’n Meteorologe in’n Knast… « Stefan Niggemeier.

Vergewaltigung gehört zu den schwersten Vorwürfen, die man einem Menschen nur machen kann. Und damit ist nicht zu scherzen, das ist mehr als geschmacklos. Sollte Kachelmann schuldig sein, ist das sehr schlimm. Aber so lange dies nicht eindeutig bewiesen ist, ist eine Vorverurteilung nicht viel weniger schlimm.

Nehmen wir mal an, Kachelmann ist unschuldig. Der bereits entstandene Schaden ist nicht mehr zu beheben. Man kann von Kachelmann halten, was man will: Vor dem Gesetz ist jeder gleich zu behandeln, und eine persönliche Meinung über seine Person ist jetzt deplatziert.

Ist der Vorwurf berechtigt, dann ist Kachelmann wie jeder andere entsprechend und mit aller Härte des zur Verfügung stehenden Gesetzes zu bestrafen. Ebenso indiskutabel.

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